STATUT FÜR DIE VERLEIHUNG
DES
'LUDWIG GERSTEIN GEDÄCHTNISPREISES' |
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Die Gesellschaft für Strukturpolitik in Westfalen e.V.
stiftet den 'LUDWIG GERSTEIN GEDÄCHTNISPREIS', in Gedenken an ihren
verstorbenen Gründer und Vorsitzenden Herrn Assessor des Bergfachs
Ludwig Gerstein, an junge Wissenschaftler der Universität Dortmund
für besondere Leistungen im wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen
Bereich. Durch diese Preisverleihung soll für den wissenschaftlichen
Nachwuchs ein Anreiz geschaffen werden, sich mit Chancen und Problemen
der Region auseinanderzusetzen. Es soll ferner ein Beitrag zur Förderung
der regionalen wie internationalen Attraktivität des westfälischen
Raumes geleistet werden.
Der 'LUDWIG GERSTEIN GEDÄCHTNISPREIS' besteht aus
einem Geldbetrag in Höhe von 3.000,00 DM. (~ 1.500,00 Euro, Anm.
d. Red.)
Vorschläge können aus allen Fachbereichen der
Universität Dortmund eingereicht werden. Die Arbeiten müssen
den Intentionen des Stifters entsprechen. Den Vorschlägen ist neben
der schriftlichen Arbeit eine Kurzvita des/der Vorgeschlagenen und ein
Kurzgutachten des betreuenden Professors/Dozenten beizufügen, in dem
der Entscheidungsvorschlag begründet wird.
2. Entscheidungsgremium
Das Entscheidungsgremium besteht aus 3 Personen:
der Rektor der Universität Dortmund
der Vorsitzende des Vorstandes der Gesellschaft für
Strukturpolitik in Westfalen e.V.
ein weiterer Vertreter der Gesellschaft für Strukturpolitik
in Westfalen e.V.
Vertretungen sind zulässig.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
3. Entscheidungskriterien
Angestrebt wird, dass jeweils eine Diplomarbeit oder Dissertation
ausgezeichnet wird, die sich mit Chancen und Problemen der Region befasst
und zwar insbesondere aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Soziales und
Raumordnung.
Auszeichnungswürdig ist eine Arbeit auch dann, wenn
sie einen Bezug zur Strukturpolitik oder zum Strukturwandel hat.
Bei der Auswahl ist Wert zu legen auf:
a) die wissenschaftliche Originalität und den Innovationswert
der Arbeit
b) die Anwendbarkeit oder Relevanz der Ergebnisse
c) die Ausstrahlung - bei einer denkbaren Würdigung
durch den 'LUDWIG GERSTEIN GEDÄCHTNISPREIS' - sowohl für die
Universität Dortmund und die Region Westfalen als auch für den
Preis selbst.
4. Form der Verleihung
Die Verleihung erfolgt in der Regel im Wintersemester
alle zwei Jahre, erstmals erfolgte sie im WS 1988/89 aus Anlass des 20-jährigen
Bestehens der Universität Dortmund. Prämiert werden Arbeiten
aus dem zurückliegenden Wintersemester und dem laufenden Sommersemester,
wobei entscheidend das Datum der Aushändigung der jeweiligen Urkunde
ist.
Die Universität Dortmund erstellt die Verleihungsurkunde.
Die Verleihung erfolgt in einer Feierstunde, in der der
Rektor und der Vorsitzende der Gesellschaft für Strukturpolitik in
Westfalen e.V. den/die Preisträger/-in und seine/ihre Arbeit würdigen.
Aus Anlass der Preisverleihung werden Gäste des öffentlichen
Lebens eingeladen, insbesondere Vertreter der Stadt, Vertreter von Wissenschaft
und Wirtschaft, der Gesellschaft der Freunde der Universität Dortmund,
der Presse sowie weitere Interessenten. Die Einladung erfolgt durch die
Gesellschaft für Strukturpolitik in Westfalen e.V. im Einvernehmen
mit der Universität Dortmund.
Dortmund, im Februar 2000 |
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| Ludwig Gerstein |
| Assessor des Bergfachs |
| Gründer und Vorsitzender der Ruhrstruktur |
| (Vorläuferin der Westfalenstruktur) |
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In
Rotterdam 1928 geboren, wuchs Ludwig Gerstein in Dortmund auf. Nach dem
Abitur am humanistischen Stadtgymnasium folgten seine Studienjahre in Freiburg
und Aachen. Nicht nur im Studium, auch in der staatlichen Referendarausbildung
am Oberbergamt in Dortmund und am Bergamt in München sowie bei Bergbaupraktika
in Finnland und Südafrika zeigte sich, dass Ludwig Gerstein seinen
technisch-naturwissenschaftlichen Beruf niemals isoliert sah.
Ihn interessierten stets die sozialen und politischen
Bedingungen und Konsequenzen die aus dem Handeln einer Industriegesellschaft
erwachsen. Das zu seiner Zeit obligatorische "studium generale", die Verpflichtung,
neben den spezifischen Fächern auch allgemeine Fächer zu belegen,
brachten Ludwig Gerstein dazu, sich mit den Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft,
der theoretischen Nationalökonomie und staatsrechtlichen Fragen intensiv
zu beschäftigen.
Als Assessor des Bergfachs trat Ludwig Gerstein
in den Dienst der Dortmunder Bergbau AG, 1963 wurde er Betriebsdirektor
und trat im selben Jahr in die CDU ein. 1969 wurde er Bergwerksdirektor
der Zeche Hansa in Dortmund-Huckarde und Mitglied im Rat der Stadt Dortmund.
Fünfzehn Jahre lang (1970 bis 1985) stand Ludwig Gerstein an der Spitze
des CDU-Kreisverbandes Dortmund, dessen Ehrenvorsitzender er bis zu seinem
Tode war.
Von 1976 bis 1990, über vier Wahlperioden,
gehörte Ludwig Gerstein dem Deutschen Bundestag an. In zwei Wahlperioden
leitete er den Ausschuß für Forschung und Technologie, weiterhin
lag sein Engagement bei der Energiepolitik. Über viele Jahre war er
der energiepolitische Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion und Vorsitzender
des Bundesfachausschusses Energiepolitik. Nach der Wende war Ludwig Gerstein
in diesem Rahmen auch als Berater in den neuen Bundesländern tätig.
In diesem Zeitraum wurden die strukturellen Probleme
des Ruhrgebietes, mit der Monostruktur Kohle/Stahl, immer dringlicher.
Die Zögerlichkeit der politisch Verantwortlichen einen Wechsel bzw.
Umbau herbeizuführen, veranlassten Ludwig Gerstein, zusammen mit Gleichgesinnten,
1982 zur Gründung der "Gesellschaft für Strukturpolitik im Ruhrgebiet
- Ruhrstruktur".
Systematische wissenschaftliche Untersuchungen,
Durchführung von Seminaren zur Behandlung strukturpolitischer Probleme,
Stellungnahmen zu politischen Maßnahmen, Information der Öffentlichkeit
- all dies waren die Ziele der Ruhrstruktur und sind heute die Ziele der
Westfalenstruktur.
Den wissenschaftlichen Nachwuchs zu Überlegungen
über diese Region anzuregen, in Diplom-Arbeiten darzustellen, war
1987 die Grundüberlegung.
1988 förderte die Ruhrstruktur die erste Diplom-Arbeit
mit dem Thema: "Unternehmensstandort östliches Ruhrgebiet - Standortfaktoren
und deren Auswirkungen auf die betriebliche Erfolgs-, Vermögens- und
Kapitalstruktur".
Im April 1989 wurden bereits zwei Diplom-Arbeiten
prämiert.
Ludwig Gerstein wurde nicht müde, gerade auch
bei den Absolventen der Universität Dortmund, für diese Region
zu werben, ihre Lebensqualität aufzuzeigen und auf ihr überragendes
Potential hinzuweisen.
Im Oktober 1994 verstarb Ludwig Gerstein nach
schwerer Krankheit.
Mit dem 'Ludwig Gerstein Gedächtnispreis'
will die Westfalenstruktur den engagierten Menschen ehren, ihn unvergessen
machen und auf dem von ihm begonnenen Weg weitergehen. |