Gesellschaft für Strukturpolitik in Westfalen e.V.
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... der Anfang unserer Website. ... die wir erreichen wollen ! ... die Region für die wir uns stark machen. ... Geschäftsführung, wie Sie uns erreichen: Anschrift, Tel., Fax., E-Mail und Impressum. ... die im Internet sind. ... NUR für Mitglieder zugänglich. ... nach unserem Gründer LUDWIG GERSTEIN, zur Förderung junger Wissenschaftler. ... Kongresse, Veranstaltungen, die wir gemeinsam mit Partnern durchführen.
Gesellschaft für Strukturpolitik in Westfalen e.V.
Preisträger 2002 des Ludwig Gerstein-Gedächtnispreises der Gesellschaft für Strukturpolitik in Westfalen e.V.
LUDWIG GERSTEIN - GEDÄCHTNISPREIS 2002
Wiebke Lang
* 14.02.1977 in Cuxhaven
 

Am Dobben 110
28203 Bremen

Ausbildung
 
1981 - 1984 P.N.E.U.-School, Rickmansworth, Großbritannien
1984 - 1986 Grundschule Nordholz
1986 - 1988 Orientierungsstufe, Bleickenschule, Cuxhaven
1988 - 1989 Amandus-Abendroth-Gymnasium, Cuxhaven
1989 - 1995  Konrad-Adenauer-Gymnasium, Meckenheim
Okt 1995 Studium der Raumplanung, Universität Dortmund
1999 - 2000 Studienaufenthalt am University College London, Planning Department
Okt 2001 Abschluss des Studiums: Dipl.-Ing. Raumplanung

Berufliche Tätigkeiten
 
Juni - Juli 2000 freie Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung [DIW], Berlin
Sep 00 - Jan 01 wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung [ILS] Dortmund für das Projekt „Beschäftigungseffekte des Dritten Sektors in Essen"
März - Aug 01 wissenschaftliche Hilfskraft für das Modellvorhaben „Städteregion Ruhr 2030", Fakultät Raumplanung
Dez 01 - Feb 02 freie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Kommunalverband Ruhrgebiet [KVR], Essen
Seit März 02 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeit und Wirtschaft [IAW], Bremen

Sonstige Tätigkeiten
 
1996 - 1997 studentische Vertreterin im Fakultätsrat Raumplanung
1998 Vertreterin im Studierendenparlament
1998 - 1999  Vorsitzende des Allgemeinen Studierenden Ausschusses [AstA] Universität Dortmund
2000 - 2001 Vertreterin im Studierendenparlament und studentische Vertreterin im Senat der Universität Dortmund
Die Diplomarbeit wurde von den Gutachtern Prof. Dr. Davy und Dr. Bomer übereinstimmend mit der Note sehr gut (1,0) bewertet. Die Gutachter schreiben:
Die vorgeschlagene Diplomarbeit ist eine außerordentlich gelungene Arbeit, die sich mit den wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen des Strukturwandels im Ruhrgebiet beschäftigt.
Das Ziel der Arbeit ist es, ein Modell für die Ausgestaltung einer "..Ruhrstadt" zu entwickeln und dadurch zur Versachlichung der seit Oktober 2000 geführten Diskussion über eine .Ruhrstadt" als regionale Steuerungsform füir das Ruhrgebiet beizutragen. Ausgehend von den in der wissenschaftlichen Literatur erörterten Regionsbegriffen werden Regionalisierungsprozesse in ihrer Bedeutung für die Stadtentwicklung und politische Steuerung beleuchtet. Ausführlich werden die Elemente politischer Steuerungsformen, die regionalen Akteure, die Geschichte des Strukturwandels sowie regionale Autgabenfelder im Ruhrgebiet beschrieben (Wirtschaft, Bevölkerung, Soziales, Siedlungentwicklung, Verkehr, Kultur und Freizeit, Identität). Ungeachtet des Bedeutungsverlustes der Montanindustrie wird das Ruhrgebict als eine zusammenhängende Region identifiziert, die auf den angeführten Gebieten regionale Aufgaben zu bewältigen habe. Dabei sehe sich die Region einer dreifachen Konkurrenz ausgeliefert: Konkurrenz zwischen den Städten, Konkurrenz zwischen den Städten des Ballungsraumes und dem Umland sowie Konkurrenz zwischen dem Ruhrgebiet und der Rhein-Schiene.

Ausführlich wird der aktuelle Stand der Diskussion um "die Ruhrstadt" dokumentiert. Die differenzierte Darstellung erweist, daß sich die politischen Akteure in ihren Problemsichten sehr ähnlich sind. Allerdings verbinden sie durchaus unterschiedliche Vorstellungen oder Lösungswege mit ihrer Forderung oder Ablehnung einer Ruhrstadt. Daraus wird zutreffend abgeleitet, daß offenbar nicht das Ob der Erfüllung von regionalen Gemeinschaftsaufgaben, sondern das Wie als im eigentlichen Sinne strittig anzusehen ist. Bemerkenswert ist, daß kein einziger Vorschlag nachweisbar ist, der das Ruhrgebiet als Stadt im kommunalverfassungsrechtlichen Sinn organisieren möchte. Vielmehr umfassen die vorgeschlagenen Modelle einer „Ruhrstadt" unter anderem die Idee eines Regionalverbandes, eines Städteverbundes, eines Mehrzweckverbandes oder eines Regionalkreises. Als eigenen Lösungsansatz greifen Frau Kanafa und Frau Lang die Idee des Regionalkreises auf. Neben Grundsätzen für die Ruhrstadt (z.B. „Transparenz und Demokratie","Subsidiaritätsprinzip", „Kooperation im Schatten der Hierarchie") werden konkrete Leitlinien für die Organisation und Aufgaben des Regionalkreises sowie erste Ideen für eine „Gründungsinitiative" entwickelt. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick auf die Umsetzungschancen ab.

Der Hintergrund der Arbeit ist eine spezifische und aktuelle Problemlage im Ruhrgebiet. Mit dem Ende der lnternationalen Bauausstellung Emscherpark und dem bevorstehenden Auslaufen der EU-Förderung sehen sich die Städte und Kreise des Ruhrgebiets mit dem Problem der Abstimmung ihrer vielfach verflochtenen Aufgabenstellungen und Entwicklungswünsche konfrontiert. Das von Frau Kanafa und Frau Lang bearbeitete Problem ist in hohem Maße praxisrelevant und auch allgemein bedeutsam, weil die Governance-Frage - die politische Steuerung und Koordination - zu den Hauptproblemen hochverdichteter Agglomerationsräume zählt (eine Frage, die angesichts überschuldeter kommunaler Haushalte noch an Brisanz gewinnt).

Die Aufbereitung der theoretischen Grundlagen entspricht dem aktuellen Stand von wissenschaftlicher Forschung und Literatur, wobei Frau Kanafa und Frau Lang nicht nur eine ausgezeichnete Kenntnis des Schrifttums, sondern auch großer Fleiß beim Auffinden eher schwer zugänglicher Quellen bescheinigt werden kann. Ihre theoretische Analyse ist sorgfältig und zielgerichtet. Besonders bemerkenswert ist die Dokumentation und Auswertung der seit Oktober 2000 geführten öffentlichen Diskussion um die Ruhrstadt. Die Darstellung der verzweigten und begrifflich unscharfen Diskussion ist übersichtlich und hebt wichtige Zusammenhänge hervor. Das eigenständig erarbeitete Modell für einen Regionalkreis Ruhrstadt liegt innerhalb der wissenschaftlich vertretbaren Meinungsbildung. Die behutsame und klassische Regelungstechniken ausnützende Modellbildung verleiht dem Vorschlag eine hohe Wirklichkeitsnähe. Die Entscheidung, bei der Modellbildung auf die Begründung der Notwendigkeit einer Ruhrstadt zu verzichten (und diese - denkökonomisch - vorauszusetzen), wirkt sich auf die Überlegungen zur zweckmäßigen Ausgestaltung ausgesprochen positiv aus. Die entwickelten „Leitlinien" betonen die Notwendigkeit einer demokratischen Legitimation der obersten Organe des Regionalkreises. Spannungen zwischen dem demos der Region und dem demos der Kommunen sollen durch die Beteiligung der kommunalen Verwaltungsspitzen in einem „Ruhrstadtrat" abgebaut werden. Neben diesem organisatorischen Aspekt überzeugt das Modell vor allem durch die Anwendung des Subsidiaritätsprinzips auf die Aufgabenverteilung. Als weitsichtig ist anzusehen, daß die Zuwanderungspolitik ausdrücklich als stadtregionale Aufgabe berücksichtigt wird.

Die aufgestellten Thesen sind präzise und schlüssig formuliert. Insbesondere werden die für eine systematische Bearbeitung des gewählten Themas notwendigen Schritte gut gegliedert upd übersichtlich aufbereitet. Die besondere Betonung wirtschaftlicher Zusammenhänge spiegeln die praktische Bedeutung regionalökonomischer Probleme im Ruhrgebiet wider. Allerdings vermeiden Frau Kanafa und Frau Lang eine monokausale oder eindimensionale Betrachtungsweise und bedienen sich - ganz im Sinne des Dortmunder Raumplanungsverständnisses einer interdisziplinären Wissenschaft - einer Mehrzahl von Ansätzen, um die vielschichtigen Probleme der politischen Steuerung von kreisfreien Städten und Kreisen im hochverdichteten Agglomerationsraum des Ruhrgebiets sachgerecht zu erörtern und behandeln. Im Ergebnis bildet der differenziert ausgestaltete Vorschlag, die Ruhrstadt als Regionalkreis zu verfassen ein Arbeitsergebnis, dessen gestalterische Qualität weit über jene Anforderungen hinausreicht, die üblicherweise an eine Diplomarbeit gestellt werden. Es wäre höchst wünschenswert, wenn sich die politisch Verantwortlichen - bevor sie sich öffentlich äußern oder handeln - den Rat von Frau Kanafa und Frau Lang zu Herzen nehmen, auf die „Gleichzeitigkeit von Wettbewerb und Solidarität" zu achten (S. 158 der Diplomarbeit).

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