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14.02.1977 in Cuxhaven
Am Dobben 110
28203 Bremen
Ausbildung
| 1981 - 1984 |
P.N.E.U.-School, Rickmansworth, Großbritannien |
| 1984 - 1986 |
Grundschule Nordholz |
| 1986 - 1988 |
Orientierungsstufe, Bleickenschule, Cuxhaven |
| 1988 - 1989 |
Amandus-Abendroth-Gymnasium, Cuxhaven |
| 1989 - 1995 |
Konrad-Adenauer-Gymnasium, Meckenheim |
| Okt 1995 |
Studium der Raumplanung, Universität Dortmund |
| 1999 - 2000 |
Studienaufenthalt am University College London, Planning
Department |
| Okt 2001 |
Abschluss des Studiums: Dipl.-Ing. Raumplanung |
Berufliche Tätigkeiten
| Juni - Juli 2000 |
freie Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung
[DIW], Berlin |
| Sep 00 - Jan 01 |
wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Landes-
und Stadtentwicklungsforschung [ILS] Dortmund für das Projekt „Beschäftigungseffekte
des Dritten Sektors in Essen" |
| März - Aug 01 |
wissenschaftliche Hilfskraft für das Modellvorhaben
„Städteregion Ruhr 2030", Fakultät Raumplanung |
| Dez 01 - Feb 02 |
freie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Kommunalverband
Ruhrgebiet [KVR], Essen |
| Seit März 02 |
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für
Arbeit und Wirtschaft [IAW], Bremen |
Sonstige Tätigkeiten
| 1996 - 1997 |
studentische Vertreterin im Fakultätsrat Raumplanung |
| 1998 |
Vertreterin im Studierendenparlament |
| 1998 - 1999 |
Vorsitzende des Allgemeinen Studierenden Ausschusses
[AstA] Universität Dortmund |
| 2000 - 2001 |
Vertreterin im Studierendenparlament und studentische
Vertreterin im Senat der Universität Dortmund |
Die Diplomarbeit wurde von den Gutachtern Prof. Dr.
Davy und Dr. Bomer übereinstimmend mit der Note sehr gut (1,0) bewertet.
Die Gutachter schreiben:
Die vorgeschlagene Diplomarbeit ist eine außerordentlich
gelungene Arbeit, die sich mit den wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen
des Strukturwandels im Ruhrgebiet beschäftigt.
Das Ziel der Arbeit ist es, ein Modell für die Ausgestaltung
einer "..Ruhrstadt" zu entwickeln und dadurch zur Versachlichung der seit
Oktober 2000 geführten Diskussion über eine .Ruhrstadt" als regionale
Steuerungsform füir das Ruhrgebiet beizutragen. Ausgehend von den
in der wissenschaftlichen Literatur erörterten Regionsbegriffen werden
Regionalisierungsprozesse in ihrer Bedeutung für die Stadtentwicklung
und politische Steuerung beleuchtet. Ausführlich werden die Elemente
politischer Steuerungsformen, die regionalen Akteure, die Geschichte des
Strukturwandels sowie regionale Autgabenfelder im Ruhrgebiet beschrieben
(Wirtschaft, Bevölkerung, Soziales, Siedlungentwicklung, Verkehr,
Kultur und Freizeit, Identität). Ungeachtet des Bedeutungsverlustes
der Montanindustrie wird das Ruhrgebict als eine zusammenhängende
Region identifiziert, die auf den angeführten Gebieten regionale Aufgaben
zu bewältigen habe. Dabei sehe sich die Region einer dreifachen Konkurrenz
ausgeliefert: Konkurrenz zwischen den Städten, Konkurrenz zwischen
den Städten des Ballungsraumes und dem Umland sowie Konkurrenz zwischen
dem Ruhrgebiet und der Rhein-Schiene.
Ausführlich
wird der aktuelle Stand der Diskussion um "die Ruhrstadt" dokumentiert.
Die differenzierte Darstellung erweist, daß sich die politischen
Akteure in ihren Problemsichten sehr ähnlich sind. Allerdings verbinden
sie durchaus unterschiedliche Vorstellungen oder Lösungswege mit ihrer
Forderung oder Ablehnung einer Ruhrstadt. Daraus wird zutreffend abgeleitet,
daß offenbar nicht das Ob der Erfüllung von regionalen Gemeinschaftsaufgaben,
sondern das Wie als im eigentlichen Sinne strittig anzusehen ist. Bemerkenswert
ist, daß kein einziger Vorschlag nachweisbar ist, der das Ruhrgebiet
als Stadt im kommunalverfassungsrechtlichen Sinn organisieren möchte.
Vielmehr umfassen die vorgeschlagenen Modelle einer „Ruhrstadt" unter anderem
die Idee eines Regionalverbandes, eines Städteverbundes, eines Mehrzweckverbandes
oder eines Regionalkreises. Als eigenen Lösungsansatz greifen Frau
Kanafa und Frau Lang die Idee des Regionalkreises auf. Neben Grundsätzen
für die Ruhrstadt (z.B. „Transparenz und Demokratie","Subsidiaritätsprinzip",
„Kooperation im Schatten der Hierarchie") werden konkrete Leitlinien für
die Organisation und Aufgaben des Regionalkreises sowie erste Ideen für
eine „Gründungsinitiative" entwickelt. Die Arbeit schließt mit
einem Ausblick auf die Umsetzungschancen ab.
Der Hintergrund der Arbeit ist eine spezifische und aktuelle
Problemlage im Ruhrgebiet. Mit dem Ende der lnternationalen Bauausstellung
Emscherpark und dem bevorstehenden Auslaufen der EU-Förderung sehen
sich die Städte und Kreise des Ruhrgebiets mit dem Problem der Abstimmung
ihrer vielfach verflochtenen Aufgabenstellungen und Entwicklungswünsche
konfrontiert. Das von Frau Kanafa und Frau Lang bearbeitete Problem ist
in hohem Maße praxisrelevant und auch allgemein bedeutsam, weil die
Governance-Frage - die politische Steuerung und Koordination - zu den Hauptproblemen
hochverdichteter Agglomerationsräume zählt (eine Frage, die angesichts
überschuldeter kommunaler Haushalte noch an Brisanz gewinnt).
Die Aufbereitung der theoretischen Grundlagen entspricht
dem aktuellen Stand von wissenschaftlicher Forschung und Literatur, wobei
Frau Kanafa und Frau Lang nicht nur eine ausgezeichnete Kenntnis des Schrifttums,
sondern auch großer Fleiß beim Auffinden eher schwer zugänglicher
Quellen bescheinigt werden kann. Ihre theoretische Analyse ist sorgfältig
und zielgerichtet. Besonders bemerkenswert ist die Dokumentation und Auswertung
der seit Oktober 2000 geführten öffentlichen Diskussion um die
Ruhrstadt. Die Darstellung der verzweigten und begrifflich unscharfen Diskussion
ist übersichtlich und hebt wichtige Zusammenhänge hervor. Das
eigenständig erarbeitete Modell für einen Regionalkreis Ruhrstadt
liegt innerhalb der wissenschaftlich vertretbaren Meinungsbildung. Die
behutsame und klassische Regelungstechniken ausnützende Modellbildung
verleiht dem Vorschlag eine hohe Wirklichkeitsnähe. Die Entscheidung,
bei der Modellbildung auf die Begründung der Notwendigkeit einer Ruhrstadt
zu verzichten (und diese - denkökonomisch - vorauszusetzen), wirkt
sich auf die Überlegungen zur zweckmäßigen Ausgestaltung
ausgesprochen positiv aus. Die entwickelten „Leitlinien" betonen die Notwendigkeit
einer demokratischen Legitimation der obersten Organe des Regionalkreises.
Spannungen zwischen dem demos der Region und dem demos der Kommunen sollen
durch die Beteiligung der kommunalen Verwaltungsspitzen in einem „Ruhrstadtrat"
abgebaut werden. Neben diesem organisatorischen Aspekt überzeugt das
Modell vor allem durch die Anwendung des Subsidiaritätsprinzips auf
die Aufgabenverteilung. Als weitsichtig ist anzusehen, daß die Zuwanderungspolitik
ausdrücklich als stadtregionale Aufgabe berücksichtigt wird.
Die
aufgestellten Thesen sind präzise und schlüssig formuliert. Insbesondere
werden die für eine systematische Bearbeitung des gewählten Themas
notwendigen Schritte gut gegliedert upd übersichtlich aufbereitet.
Die besondere Betonung wirtschaftlicher Zusammenhänge spiegeln die
praktische Bedeutung regionalökonomischer Probleme im Ruhrgebiet wider.
Allerdings vermeiden Frau Kanafa und Frau Lang eine monokausale oder eindimensionale
Betrachtungsweise und bedienen sich - ganz im Sinne des Dortmunder Raumplanungsverständnisses
einer interdisziplinären Wissenschaft - einer Mehrzahl von Ansätzen,
um die vielschichtigen Probleme der politischen Steuerung von kreisfreien
Städten und Kreisen im hochverdichteten Agglomerationsraum des Ruhrgebiets
sachgerecht zu erörtern und behandeln. Im Ergebnis bildet der differenziert
ausgestaltete Vorschlag, die Ruhrstadt als Regionalkreis zu verfassen ein
Arbeitsergebnis, dessen gestalterische Qualität weit über jene
Anforderungen hinausreicht, die üblicherweise an eine Diplomarbeit
gestellt werden. Es wäre höchst wünschenswert, wenn sich
die politisch Verantwortlichen - bevor sie sich öffentlich äußern
oder handeln - den Rat von Frau Kanafa und Frau Lang zu Herzen nehmen,
auf die „Gleichzeitigkeit von Wettbewerb und Solidarität" zu achten
(S. 158 der Diplomarbeit).
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