Gesellschaft für Strukturpolitik in Westfalen e.V.
Gesellschaft für Strukturpolitik in Westfalen e.V.
Gesellschaft für Strukturpolitik in Westfalen e.V.
Z
I E L E der Westfalenstruktur - einer Gesellschaft mit großer
Ambition.
Sehr geehrte Damen und Herren,
jede Region muß angesichts der immer schneller fortschreitenden
Globalisierung und Internationalisierung für sich eine hohe Attraktivität
schaffen, um Perspektiven für die Zukunft der Menschen, der Unternehmen
und Arbeitnehmer zu schaffen.
Westfalen ist - im In- und Ausland - aber immer noch die
weniger bekannte Hälfte unseres Bundesland Nordrhein-Westfalen und
gilt vielfach nur als ein geographisches Anhängsel des Ruhrgebietes.
Westfalenstruktur hat sich zum Ziel gesetzt, die Region
nach vorne zu bringen und die herausragende Bedeutung Westfalens als größte
Wirtschaftsregion im Herzen Europas auf strukturpolitischer, wirtschaftlicher
und kultureller Ebene bewußt zu machen.
Viele Initiativen und Institutionen haben auf diesem Gebiet
schon wert- und wirkungsvolle Arbeit geleistet.
Westfalenstruktur will diese Kräfte und Ressourcen
im Rahmen einer kooperativen Zusammenarbeit mobilisieren, stärken
und zu einer gemeinsamen Kraft bündeln.
Die Region braucht mehr Kooperation, Abstimmung und gemeinsame
Aktivitäten.
Es gilt, Westfalen weltweit als eine Region bekannt zu
machen, die die Chancen der Globalisierung erfolgreich nutzt und jetzt
Weichen stellt für den Erfolg im 21. Jahrhundert.
Machen auch Sie mit - für ein starkes Westfalen!
Unser
Ziel: Die Region nach vorne bringen.
Zu den struktur-
politischen Zielsetzungen des Vereins gehören
• die Stärkung der wirtschaftlichen Kraft und
Attraktivität Westfalens in nationaler und internationaler Hinsicht
• die wissenschaftliche Bearbeitung und publizistische
Auswertung aller Fragen, die im Zusammenhang mit den strukturpolitischen
Herausforderungen Westfalens auftreten
• die Förderung der kulturellen Vielfalt und der
Kunst.
Westfalenstruktur verfolgt ausschließlich
und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.
Zur Zielerreichung kann der Verein gemäß Satzungsauftrag
mit deutschen oder internationalen Organisationen, die gleichen oder ähnlichen
Zwecken dienen, zusammenarbeiten.
Westfalenstruktur will das "Wir-Gefühl" stärken
und Gemeinsamkeiten schaffen.
Als Kontaktstelle und "Drehscheibe" vermittelt der Verein
Informationen aus erster Hand und qualifizierte Kontakte, gibt Hinweise
und öffnet Türen zu neuen Aktivitätsfeldern.
Im Rahmen einer steten Kooperation mit Wirtschaft, Wissenschaft,
Verwaltung und Politik soll besonders auch die Großindustrie als
Partner eines starken Mittelstandes gewonnen werden.
Auf diese Weise erzielen wir gerade bei der Präsenz
auf ausländischen Märkten, bei der raschen Umsetzung von Innovationen
oder als globale Systemanbieter Wettbewerbsvorteile und eine hohe Attraktivität
für Westfalen.
Neue
Chancen und Herausforderungen des Strukturwandels.
Auszug aus dem Festvortrag anläßlich
der Gründung der Westfalenstruktur am 01. Juli 1996 in Dortmund.
Professor Dr. Gerhard Neipp, Vorstandsvorsitzender
der Ruhrkohle Aktiengesellschaft
Der Strukturwandel hat auch Westfalen
in den vergangenen Jahren nicht verschont.
Er ist hier bereits weit fortgeschritten.
Damit ist Westfalen weiter als andere Industriestandorte
Ost- und Westdeutschlands, die noch mitten in der Umbruchphase stecken
und mitvielerlei Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Strukturwandel ist ein kontinuierlicher, natürlicher
Prozeß.
"Nichts ist so beständig wie der Wandel", sagte
schon der griechische Philosoph Heraklit.
Für Westfalen bieten sich durch den zukünftigen
Strukturwandel Herausforderungen und Chancen.
Es gilt, Westfalen weltweit als eine Region bekannt zu
machen, die diese Chancen der Globalisierung erfolgreich nutzt und jetzt
Weichen stellt für den Erfolg im 21. Jahrhundert.
Ich bin überzeugt, daß die "Westfalenstruktur"
dazu einen wichtigen Beitrag leisten wird.
Westfalen hatte für wirtschaftlichen Erfolg immer
gute Voraussetzungen dank seiner Mischung aus Großindustrie und Mittelstand.
In früheren Jahren war Westfalen stark von der Montan-
und der Textilindustrie abhängig.
Weitere Schwerpunkte sind bis heute Maschinenbau und
Elektrotechnik.
Die größten wirtschaftlichen Einbrüche
haben in den letzten zehn Jahren Bergbau und Textilindustrie erfahren.
Im Bergbau konnte der Beschäftigungsrückgang
trotz eines erheblichen Kapazitätsabbaus sozial verträglich abgefedert
werden.
Die Folgen der Firmenzusammenbrüche in der Textilindustrie
- den vielen kleinen mittelständischen Unternehmen, die mit der billigen
Konkurrenz aus Entwicklungs- und Schwellenländern nicht mehr mithalten
konnten - waren
ungleich härter für die Mitarbeiter.
Maschinenbau und die verarbeitende Industrie hingegen
konnten ihre Produktion ausweiten und haben sich mit ihren Produkten erfolgreich
der Marktentwicklung angepaßt.
Mittelständische Strukturen sind Motor jeden Strukturwandels,
denn Unternehmen dieser Größenordnung schaffen die meisten neuen
Arbeitsplätze.
Dabei ist unerheblich, ob diese mittelständischen
Unternehmen zu einem Konzernverbund gehören oder eigenständig
sind.
Westfalen ist hier einen erfolgreichen Weg gegangen.
Lag vor zehn Jahren die Arbeitslosenquote Westfalens
je nach Gegend zwischen zwei und fünf Prozent über dem Bundesdurchschnitt,
so liegt Westfalen jetzt im Bundesdurchschnitt.
Natürlich gibt es auch innerhalb Westfalens Unterschiede
in einzelnen Bezirken.
Schließlich gehören zu Westfalen so verschiedene
Gebiete wie das Sauerland, das Münsterland, die Region Lippe-Detmold
und die Industriestadt Dortmund.
Dank der Vielfalt der in diesen Gegenden angesiedelten
Unternehmen konnte und kann der Strukturwandel auf bestellenden Strukturen
aufbauen und sie weiterentwickeln.
Wie Unternehmen entwickeln auch Regionen ihre eigenen
wirtschaftlichen Stärken.
Der bekannte Management-Professor Michael Porter hat
festgestellt, daß sich Unternehmen tendenziell im Umfeld von Konkurrenten
und Zulieferern ansiedeln und daß sich Regionen und Länder auf
dieser Basis weiterentwickeln.
Auch bei uns in Deutschland hat die Erfahrung gezeigt,
daß ein erfolgreicher Wandel ohne Strukturumbrüche nur aus und
mit angestammten Wirtschaftsstrukturen betrieben werden kann.
Der Neuaufbau von Fabriken auf der "grünen Wiese"
geschieht viel zu selten.
Im Ruhrgebiet war Opel in Bochum die letzte große
neue Industrieansiedlung, und das war 1960.
Westfalen hat auf der Basis von angestammten Industrien
wie Maschinenbau, der Möbel- oder Elektroindustrie seine Wettbewerbsposition
ausgebaut.
Der Anteil des Dienstleistungssektors wird in Westfalen
zwar künftig zunehmen, aber dies werden in erster Linie industrienahe
Dienstleistungen sein.
Westfalen hat bei seinem Strukturwandel seine komparativen
Vorteile bei der Diversifizierung genutzt.
Obwohl beispielsweise Wirtschaftssektoren wie Medien
oder Telekommunikation als Zukunftsmärkte gelten, sind die Mehrzahl
der neuen Arbeitsplätze beim warenproduzierenden Gewerbe entstanden.
Der Dienstleistungssektor wuchs in den vergangenen zehn
Jahren nur um ein Prozent.
Die Stärke Westfalens liegt in seinem Charakter
als Industriestandort.
Die vorwiegend mittelständische Industrie hat gelernt,
flexibel auf Marktentwicklungen zu reagieren.
Im heutigen internationalen Wettbewerb frißt nicht
der Große den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen.
Diese Stärke Westfalens als Industrieregion darf
im Wettbewerb der Standorte in Europa nicht vergessen oder vernachlässigt
werden, da ein hoher Anteil der Wertschöpfung in Westfalen von der
Industrie abhängig ist.
Westfalens Zukunft bei einer Globalisierung der Produktion.
Neben der Bergbautechnik sind in Westfalen auch andere
Wachstumsbranchen heimisch, die die industrielle Zukunft mitgestalten werden.
Dennoch wäre es verkehrt, sich zurückzulehnen
und sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen.
Westfalen ist keine Insel der Glückseligen.
Nicht nur liegt die Arbeitslosenquote nach wie vor im
Bundesdurchschnitt - und der liegt bei unerfreulichen 10%.
Auch die Welt um uns herum bleibt nicht stehen.
Die zunehmende Globalisierung der Märkte spüren
wir alle täglich am eigenen Leib.
Wir müssen in Deutschland im Großen und Westfalen
im Kleinen noch große Anstrengungen unternehmen, wenn wir in diesem
globalen Wettbewerb mithalten wollen.
Mit vielen unserer Produkte können wir bislang weltweit
noch Spitzenpositionen einnehmen, bei anderen hat uns die Konkurrenz schon
überrundet.
Wir brauchen drastische und schnelle Veränderungen
in der derzeitigen schwierigen Situation der deutschen Wirtschaft, wenn
wir den Standort Deutschland fit für die Zukunft machen und verlorene
Märkte zurückerobern wollen.
Noch sind unsere ausgewiesene technologische Kompetenz,
unsere hochqualifizierten Mitarbeiter und eine insgesamt gute Infrastruktur
Pluspunkte auf unserer Seite.
Doch das allein reicht nicht.
Wie brauchen vor allem eine schnellere Umsetzung von
Innovationen in marktfähige Produkte.
Das werden wir allerdings nur dann erreichen, wenn wir
die Motivation und Kreativität unserer Mitarbeiter fördern und
voll ausschöpfen.
Wir können uns hohe Löhne und einen besseren
Lebensstandard am Standort Deutschland nur dann leisten, wenn wir einen
mehrjährigen Innovationsvorsprung gegenüber unseren ausländischen
Wettbewerbern haben.
Also gilt es zu überlegen, wie wir für hohe
Löhne entsprechend hohe Leistungen der Mitarbeiter bekommen.
Wir können auf den hohen Qualifikationen unserer
Facharbeiter aufbauen und müssen erreichen, daß beispielsweise
der deutsche Ingenieur motivierter und kreativer ist als sein ausländischer
Kollege mit geringerem Einkommen.
Genauso ist jedoch die Unternehmensleitung gefragt, die
Produktions- und Verwaltungsstrukturen an die veränderten Anforderungen
und Leistungen der Mitarbeiter anpassen muß.
Hierbei muß alles auf dem Prüfstand stehen:
Arbeitsorganisation und Arbeitsabläufe genauso wie
der Abbau von Hierarchien und die Stärkung der Eigenverantwortung
des einzelnen.
Unterstützt werden wir als Unternehmer dabei von
den Möglichkeiten der modernen Informationstechniken.
Sie bieten große Chancen zur Entlastung der Mitarbeiter
von Routinetätigkeiten, um ihnen mehr Zeit zur Entwicklung und Umsetzung
eigener Ideen zu lassen.
Dabei muß jedoch klar sein, daß die Entwicklung
von Konzepten für schnell greifbare Erfolge Priorität haben muß.
Wir wissen alle, daß eine deutliche Schwäche
der deutschen Wirtschaft in der augenblicklichen Technologie- und Forschungsstruktur
liegt.
Forschung und Entwicklung sind im Zuge unserer Rationalisierungsbemühungen
vielfach zu kurz gekommen.
Dennoch kann Grundlagenforschung nicht in den FuE-Abteilungen
eines Unternehmens betrieben werden, dazu sind die Universitäten da.
Hier bietet sich eine viel intensivere Zusammenarbeit
zwischen Wirtschaft und Forschung an, Auftragsforschung, von der Wirtschaft
unterstützte Projekte, die mit doppeltem Nutzen nicht nur Wissenschaftler
in Deutschland fördern, sondern auch die Innovationskraft Deutschlands
stärken.
Wir haben hier in Westfalen allein fünf renommierte
Universitäten, von den Fachhochschulen gar nicht zu sprechen - dieses
Potential sollten wir verstärkt nutzen!
Wenn wir die Grundlagenforschung den Universitäten
überlassen, so müssen wir in unseren Unternehmen die dort gewonnenen
Ergebnisse in wettbewerbsfähige Produkte umwandeln.
Dabei muß Kundenorientierung oberstes Gebot sein.
D.h.: die vom Kunden gewünschten Eigenschaften und
Funktionen eines Produktes müssen in einfachster Form bei hoher Qualität,
Umweltfreundlichkeit und Zuverlässigkeit hergestellt werden.
Wir dürfen unser hohes technisches Know-how nicht
für die Entwicklung von hochspeziellen technischen Kunstwerken einsetzen,
sondern müssen im Interesse unserer Kunden bei insgesamt hochgesteckten
Zielen immer den einfachsten Weg gehen.
Westfalen kann als Standortvorteil die Bündelung
von innovativen dynamischen Kräften, Risikobereitschaft, technischem
Know-how und kompetentem Management bieten.
Hier können Synergien jedoch noch viel stärker
genutzt werden als bisher.
Auch einzelne Unternehmen können Allianzen bilden,
um zusammen am Weltmarkt zu bestehen.
Gerade bei kleinen und mittelständischen Firmen
bietet sich eine solche Zusammenarbeit an, weil sie schon angesichts ihrer
personellen Stärke und der Größe ihres Umsatzes allein
meist gar nicht in der Lage sind, ausländische Märkte zu erschließen.
Die Großindustrie sollte als Partner für den
Mittelstand gewonnen werden.
Durch solche Unternehmenskooperationen können Kräfte
gebündelt, Know-how geteilt, Kosten gespart und der Umsatz zum Nutzen
aller Beteiligten vergrößert werden.
Durch Kooperationen lassen sich Verbundvorteile wie beim
Großunternehmen auch für mittlere und kleinere Betriebe erreichen,
ohne daß sie die Vorteile ihrer Größe und ihrer Flexibilität
aufgeben müssen.
Westfalenstruktur
bündelt Erfahrung.
Am 22. März 1982 wurde in
Dortmund unter Beteiligung von Unternehmern, Selbständigen und Führungskräften
aus Wirtschaft und Verbänden die Gesellschaft für Strukturpolitik
im Ruhrgebiet e.V. - kurz: RUHRSTRUKTUR - gegründet.
Die Gründung 1982 fand in einer Zeit statt, in der
noch viel mehr von der Strukturkrise selbst als vom Strukturwandel die
Rede war.
Gegenüber den düsteren Perspektiven und Sorgen
lautete das satzungsgemäße Ziel der Gesellschaft:
"Den Menschen, die im Ruhrgebiet leben, sollen wieder
Zukunftsperspektiven gegeben werden."
Im Rahmen der selbstgestellten Aufgaben gab der Verein
Anregungen zum Strukturwandel, förderte neue Entwicklungen und vermittelte
besonders durch die Auszeichnung wissenschaftlicher Arbeiten jungen Menschen
berufliche Hilfestellungen und Perspektiven.
Wohl kaum ein Politiker hat den
Strukturwandel in Nordrhein-Westfalen so intensiv begleitet wie der ehemalige
Bundestagsabgeordnete, Assessor des Bergfachs
Ludwig Gerstein aus
Dortmund, Gründer und bis zu seinem Tod Vorstandsvorsitzender der
RUHRSTRUKTUR.
Als studierter Bergmann und energiepolitischer Sprecher
seiner Fraktion im Bundestag setzte er seine Kenntnisse des Bergbaus, der
Region und ihrer Probleme beispiellos für Lösungswege ein.
1996 wurde das Tätigkeitsfeld der Gesellschaft räumlich
und inhaltlich erweitert, um sich in neuer Form den aktuellen Herausforderungen
und Chancen des Strukturwandels stellen zu können.
Wesentliche Berücksichtigung finden nun das Denken
und Handeln in einer starken und wettbewerbsfähigen Region für
den globalen Erfolg.
Westfalenstruktur bündelt daher eigene, interne Erfahrung
wie auch die Erfahrungen externer Persönlichkeiten, Unternehmen, Verbände
und Institutionen im Rahmen der kooperativen Zusammenarbeit.
Unsere
Angebote: Know-how und Know-who.
Der Know-how- Austausch
auf hohem Niveau findet statt in
Westfalenstruktur ist Drehscheibe
für Begegnungen, Know-how- und Know-who-Transfer sowie Ansprechpartner
und Vermittlungsagentur für Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.
Die Veranstaltungen berücksichtigen Anregungen der
Mitglieder und behandeln stets strukturpolitisch bedeutsame Komplexe Westfalens.
Westfalenstruktur ist Know-who-lnstanz.
Der Verein kooperiert mit Institutionen, Kammern, Verbänden,
Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.
Daraus ergeben sich wichtige, qualifizierte Kontakte
für alle Mitglieder.
Zur Herstellung bzw. Vertiefung wirtschaftlicher Kontakte
wird die Teilnahme an Delegationen ermöglicht.
Dabei kommen entweder Reisen in das europäische
und außereuropäische Ausland oder die Kontaktaufnahme mit ausländischen
Delegationen in Westfalen in Betracht.
Westfalenstruktur stellt den Mitgliedern eigene bzw.
die von der Gesellschaft unterstützten wissenschaftlichen Untersuchungen
zum wirtschaftlichen und sozialen Geschehen in Westfalen zur Verfügung.
Perspektiven
der Wirtschaftbeziehungen zwischen der Volksrepublik China und Deutschland.
S.E. Mei Zhaorong, Botschafter der Volksrepublik
China (Auszug aus einer Rede)
Für die Weltöffentlichkeit
gibt es heute keinen Zweifel daran, daß sich China seit der Einführung
der Reform- und Offnungspolitik vor 18 Jahren gewaltig verändert hat
und weiterhin mit großen Schritten voranschreitet.
Dennoch gibt es in den westlichen Medien bezüglich
der Entwicklung Chinas unterschiedliche Einschätzungen.
Manche möchten nur Probleme in der Entwicklung sehen
und bemühen sich, ein pessimistisches Bild zu malen.
Sie handeln nach der Devise "Good news are no news".
Es gibt aber auch eine andere extreme Betrachtungsweise,
die meint, das Erstarken Chinas könnte für die übrige Welt
eine Bedrohung darstellen, man müßte es also eindämmen.
Wie sieht es in China wirklich aus?
Welche Bedeutung hat die Entwicklung Chinas für
die Welt?
Welche Chance ergibt sich daraus für die chinesisch-deutschen
Beziehungen?
Wir Chinesen pflegen zu sagen: "Einmal sehen ist besser
als hundertmal hören."
In diesem Sprichwort steckt die tiefschürfende Weisheit,
daß man von Fakten ausgehen und durch eigene Anschauung Urteile bilden
soll.
In einer Zeitspanne von 18 Jahren vergrößerte
sich der Konsumgütermarkt Chinas um das 12,7-fache, das Einzelhandelsvolumen
der Konsumgüter stieg im Schnitt um 17,2 Prozent pro Jahr.
Das Lebensniveau der chinesischen Bevölkerung hat
sich beachtlich verbessert, das Einkommen der städtischen und ländlichen
Bevölkerung stieg jeweils um das 10- bzw. 9-fache, was eine durchschnittliche
Jahreszuwachsrate von 15,5 Prozent bzw. 14,8 Prozent bedeutet.
Mit der Reform und Öffnung wurden gesellschaftliche
Umwälzungen ausgelöst, die man als revolutionär bezeichnen
kann.
So ist der Grundrahmen des angestrebten sozialistischen
Marktwirtschaftssystems, in dem eine abgestufte makroökonomische Steuerung
durch die zentrale und regionale Regierungen hauptsächlich mit Hilfe
ökonomischer Mittel erfolgt, bereits entstanden.
Der Marktmechanismus spielt schon eine dominierende Rolle.
Es ist ein neues Eigentumssystem entstanden, bei dem
das Gemeindeeigentum die Dominanz behält, aber verschiedene Wirtschaftssektoren
wie die Staats-, Individual- und Privatwirtschaft sowie Unternehmen mit
ausländischer Kapitalbeteiligung nebeneinander bestehen, gleichberechtigt
konkurrieren und sich gemeinsam entwickeln.
Die Reform bzw. der Aufbau des sozialen Absicherunssystems
wird schrittweise vorangetrieben.
Mit der Intensivierung der internationalen Wirtschaftsaktivitäten
ist die chinesische Wirtschaft zunehmend mit der Weltwirtschaft verbunden.
Der Außenhandel Chinas hat sich in den letzten
fünf Jahren besonders rasch entwickelt.
Die durchschnittliche Jahreswachstumsrate erreichte 19,5
Prozent.
Das Außenhandelsvolumen Chinas im Jahr 1995 betrug
280 Mrd. US-Dollar, damit ist China im Welthandel vom 32. Platz im Jahr
1978 auf den 11. gerückt.
Gemäß den internationalen Regeln wurde eine
Reihe von Außenhandelsgesetzen und Gesetzen über ausländische
Investitionen verabschiedet, die die Bedingungen für ausländische
Investitionen wesentlich verbessert haben.
Die Summe der ausländischen Investitionen allein
in den vergangenen fünf Jahren betrug 110 Mrd. US-Dollar.
Bis Juni 1995 sind 273.325 Projekte mit ausländischer
Kapitalbeteiligung genehmigt worden, die real eingesetzten Investitionen
aus dem Ausland betragen etwa 155 Mrd. US-Dollar.
Beim Rückblick auf den zurückgelegten Weg können
wir viele Gründe für unsere Erfolge feststellen, wobei die wichtigsten
Erfahrungen meines Erachtens folgende sind:
1. Wir kopierten kein ausländisches Modell, gehen
stets einen eigenständigen Weg.
2. Wir halten stets daran fest, den Wirtschaftsaufbau
in den Mittelpunkt aller Arbeit zu stellen und die Politik der Reform und
Öffnung unbeirrbar fortzuführen.
3. Die politische Stabilität im Inneren muß
gewahrt bleiben und eine friedliche internationale Umgebung gesichert sein.
4. Wirtschaftliche und politische Reformen müssen
Hand in Hand gehen, wobei die Wirtschaft als Basis vorangehen muß.
In den kommenden 15 Jahren sollen schwerpunktmäßig
Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Energiewirtschaft, Verkehrswesen, Telekommunikation,
Wissenschaft und Technik sowie Bildungswesen entwickelt werden.
Zwecks rationeller Umgestaltung der Industriestruktur
sollen Grundlagenindustrie und die Infrastruktur kräftig gefördert
und der Maschinenbau, die Elektronik, die Petrochemie, die Autoindustrie
und die Bauindustrie weiter ausgebaut werden.
Darüber hinaus ist der tertiäre Sektor stärker
zu entwickeln.
Erfreulich ist, daß das Interesse der deutschen
Wirtschaft an direkten Investitionen in China in letzter Zeit stark gewachsen
ist.
Wichtige Projekte wurden vereinbart bzw. sind in Verhandlung.
Wir sind der Meinung, daß sowohl der traditionelle
Handel in beide Richtungen wie auch die deutschen Investitionen in China
weitgehend ausbaufähig sind.
Neben großen Firmen sind mittelständische
Betriebe mit ihren Spitzentechnologien und Produkten in China immer mehr
gefragt, hier liegen große Möglichkeiten, die auszuschöpfen
sind.
Auf
die Mitglieder kommt es an.
Westfalenstruktur lebt und agiert
durch die Anregungen, Herausforderungen und die Kritik seiner Mitglieder.
Mitglieder des gemeinnützigen, eingetragenen Vereins
sind Einzelpersonen, kleine, mittelständische und Großunternehmen,
Verbände und Institutionen, die gemeinsam Westfalen stärken und
nach vorne bringen wollen.
Die Mitglieder leisten einen jährlichen Mitgliedsbeitrag,
dessen Höhe von der Mitgliederversammlung beschlossen wird.
Der Verein wird weiter durch freiwillige Spenden finanziert.
Die Mitglieder unterstützen
den Verein bei der Erfüllung seiner satzungsgemäßen Zwecke.
Als oberstes Organ legt die Mitgliederversammlung insbesondere
die Richtlinien für das Arbeitsprogramm fest und wählt den Vorstand.
Die Mitgliederversammlung kann aus ihrer Mitte weiter
einen aus bis zu 20 Personen bestehenden Beirat wählen, welcher den
Vorstand in allen grundsätzlichen Fragen berät und von diesem
in allen grundsätzlichen Angelegenheiten zu unterrichten ist.
Wir
für Sie für Westfalen.
Sie, Ihre Fragen, Wünsche,
Anregungen und Ihre Kritik sind uns jederzeit herzlich willkommen.
Sie geben uns damit neue Ideen, Herausforderungen und
Optimierungsmaßstäbe.
Wir freuen uns auf Ihre Nachricht oder Ihren Besuch auf
einer der nächsten Veranstaltungen.
WESTFALENSTRUKTUR
Gesellschaft für Strukturpolitik in Westfalen e.V.